Weihnachten

Vor Weihnachten verzichte ich auf Süßes & lege eine Fastenzeit ein!

Neulich stand ein Mitarbeiter freudestrahlend vor mir und reichte mir den Adventskalender, der im Unternehmen bzw. im Boden-Studio die Runde macht. „Holger, heute bist du an der Reihe!“ Sehr schön, denke ich mir und würde nur zu gerne das Türchen öffnen.

Sofort entsteht in mir ein Konflikt, denn ich nasche für mein Leben gern. Früher habe ich tonnenweise Süßes gegessen.
Doch seit einigen Jahren plagt mich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und ich habe arge Probleme,
sobald ich beispielsweise zu viel Süßes esse.

Gezwungenermaßen musste ich mich in letzter Zeit also intensiver mit der Ernährung auseinandersetzen und habe einige, zum Teil erschreckende, Reportagen zum Thema Zucker gesehen. Ich sage Ihnen: Da fällt mir der Verzicht gleich viel leichter!

Also lehne ich dankend und mit freundlichem Lächeln ab.

Allerdings habe ich auch schon vor dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit und bevor ich wusste, wie schädlich Zucker für den menschlichen Körper ist, eine Fastenzeit vor Weihnachten eingelegt. Das war noch nie einfach für mich und fordert viel Disziplin. Aber ich möchte mich an Weihnachten gern auf die ursprünglichen Gedanken zum Fest konzentrieren – die Fastenzeit ist ein fester Bestandteil dieser.

 

Konzentration auf christl. Ursprünge vs. Konsumgesellschaft zu Weihnachten

Ursprung

Deutschland ist ein christlich geprägtes Land. Der Ursprung von Weihnachten geht jedoch immer mehr verloren. Laut einer Studie aus dem Jahr 2011, wussten nur noch 53 % der Befragten, dass die freien Tage zu Weihnachten, christlichem Ursprungs sind und nur 41 % brachten die Feiertage mit der Geburt Jesus Christus in Verbindung.

Dabei deutet das Wort „Advent“ (lat. adventus) schon auf eine „Ankunft“ hin. Jene Ankunft von Jesus Christus erlebt man heute als das große Fest, welches im Volksmund Weihnachten genannt wird.

Im Laufe des 6. Jahrhunderts wurde es üblich, die Zeit vor der Geburt, die Adventszeit, zu feiern. Papst Gregor der Große legte vier Sonntage fest, die der Besinnung und des Fastens gelten sollten. Ähnlich wie die Zeit vor Ostern.

Die Adventszeit mit ihren vier Adventssonntagen war somit schon immer eine Zeit freudiger Erwartung, in der die Menschen sich auf das große Weihnachtsfest vorbereiten. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich immer mehr Gewohnheiten und Bräuche, die dazu dienen, die Zeit bis zum Heiligen Abend zu verkürzen bzw. heutzutage zu versüßen.

Konsum

Spontan fallen mir dazu der Nikolaus, die Weihnachtsmärkte, die unzähligen Weihnachtslieder, das Adventsgesteck und der Adventskalender ein. Letzterer erfreut sich besonders großer Beliebtheit auch bei meinen Kollegen.

Unsere heutige Konsumgesellschaft beeinflusst das Ganze zunehmend und treibt das Fest immer mehr auf die Spitze.
Jedes Jahr gibt es neue Erscheinungen zur Weihnachtszeit.
Jedes Jahr will man das vorherige übertrumpfen.
Jedes Jahr ist lauter, schriller, bunter und unter Nachbarn bzw. Freunden gibt es einen regelrechten Wettstreit,
um die schönste Dekoration.

Dadurch herrscht in der Zeit des übermäßigen Konsums vorrangig Hektik und Stress. Oftmals dreht sich alles nur um die Geschenke, die besorgt werden müssen, um unter den Weihnachtsbaum eine beeindruckende Figur zu machen.

Und jedes Jahr beschweren sich die Menschen über die Zustände in der Vorweihnachtszeit. Jeder sagt: Nächstes Jahr schenken wir uns nichts und genießen mal die freien Tage. Einige nehmen sich sogar fest vor, über die Weihnachtsfeiertage wegzufahren, um den Stress zu vermeiden. Doch Hand aufs Herz – Wer hält sich da wirklich dran? Wer lässt sich nicht wieder jedes Jahr aufs Neue hinreißen?

 

Wir sind mit dem Fasten in den Advent gestartet.

Meine Frau und ich versuchen, wie damals, die Weihnachtszeit ganz besinnlich zu starten. Wir begeben uns bewusst in eine Fastenzeit hinein. Zugegeben, das ist uns die vergangen Jahren nicht immer gelungen, dennoch möchten wir uns diesen Ansatz bewahren. Ein weiterer angenehmer Effekt, man sensibilisiert seine Geschmacksknospen für die Feiertage mit dem leckeren Braten. Plötzlich schmeckt man anders, viel intensiver. Nach jeder Fastenzeit wird mir das immer wieder bewusst und ich sehe die Intensität des Geschmacks als Belohnung, welche am Ende auf mich wartet.

Viel wichtiger noch: mit dem Fasten sensibilisiere ich nicht nur meinen Geschmack, sondern auch meinen Geist. Wenn Sie schon einmal gefastet haben, dann wissen Sie, dass man dadurch auch viel klarer und fokussierter wird. Somit nehme ich auch die Advents- und Weihnachtszeit ganz anders wahr. Ich kann mich so auf die Zeit der Ruhe und Besinnung einlassen und kann die Freuden dieses Festes ganz anders in mir aufnehmen. Das führt dazu, dass ich diese Freude ganz anders mit meinen Liebsten teilen kann bzw. weniger gestresst und gehetzt rüberkomme. Schließlich soll diese schöne Zeit allen ein Genuss sein.

 

An dieser Stelle möchte ich folgende Fragen in den Raum stellen und
freue mich auf eure Kommentare unter meinen Facebook-Post zum Thema:

Was verbinden Sie mit Weihnachten?
Welche Bräuche und Gewohnheiten sind bei Ihnen üblich?
Wie verbringen Sie die Weihnachtszeit?
Bzw. wie würden Sie gern mal Weihnachten verbringen, wenn es nur nach Ihnen ginge?

 

Besinnliche Grüße und
einen schönen 2. Advent wünscht

Holger Schmidt

 

 

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