Holger Schmidt bei der Arbeit

Beten – ist das heute noch zeitgemäß?

Wer kennt noch die sich reimenden Gebete, welche wir als Kinder gehört, oder vor dem Essen gesprochen haben? Natürlich wirkt das heute für einen Erwachsenen schnell abgegriffen und abgenutzt. Welchen Sinn soll beten denn haben?

Das Gebet, welches ich später kennengelernt habe, meint etwas Anderes: Es ist ein Dialog zwischen zwei Personen.

 

Wie mit einem guten Freund

Ein Dialog – mit wem denn? Etwa zwischen Mensch und Gott? Ist so etwas denn möglich? Und bekommt man da auch eine Antwort, oder ist es etwa nur ein Monolog? Solche und ähnliche Fragen stellte ich mir anfangs auch.

Dann habe ich es einfach ausprobiert. Abseits von vorformulierten und Kindergebeten habe ich einfach begonnen, meine Anliegen direkt und ohne Umschweife an Gott zu richten. Das kann ich überall tun – nicht nur in der Kirche – sondern auch zu Hause, unterwegs, ja sogar auf Arbeit. Ich sprach die Dinge an, wie ich sie einem guten Freund sagen würde.

Da ist zum einen die Bitte

So wie ich einen guten Freund um einen Gefallen bitte, kann ich auch Gott um alles bitten. Zum Beispiel bitte ich Gott ganz oft in zugeparkten Gegenden um einen Parkplatz – und fast immer finde ich einen bzw. es wird gerade einer frei.

Zum anderen der Dank

Einem guten Freund danke ich natürlich dafür, dass er mir geholfen hat, dass er einfach so da ist und mir zuhört. Dass er mich auch mal tröstet, dass er sich mit mir freut – ich kann alles mit ihm teilen. Ja, und manchmal sitzt man mit einem Freund auch nur still vor sich hin und redet gar nichts, auch das ist mit Gott möglich.

Und dann gibt es auch Momente, wo ich meinem Freund etwas beichten muss …

Wenn ich ihn verletzt habe oder einen Fehler begangen habe. Dann setze ich mich oft in Ruhe hin und reflektiere das Getane, frage Gott zu seiner Meinung zu dem Thema. Ich merke dann sehr schnell, wo ich im Unrecht war und Schuld auf mich geladen habe. Hier habe ich dann die Möglichkeit, mit Gott diese Schuld zu besprechen, vor ihm zu bekennen und ihn um Vergebung zu bitten. Dabei wird mir eine ganz große Last von den Schultern genommen und ich fühle mich innerlich sehr frei. Meine Erfahrung: er vergibt so großzügig und baut mich wieder auf, eben wie ein richtig guter Freund. Hier findest du ausgewählte Zitate von Dietrich Bonhoeffer, die mich inspirieren …

Dass ist eines der größten Vorteile am Beten – es befreit von allen Lasten. Deshalb empfehle ich abends zu beten. Das ist besonders wirksam – als Reflektion vom Tag, und man kann hinterher wunderbar einschlafen.

 

Beten – im Dialog oder als Monolog?

Ja, und wie ist es nun mit den Antworten von Gott? Wie bei einem guten Freund – man muss bereit sein, zu hören.
Aber redet denn Gott wirklich laut? Meistens nicht.

Wenn ich – wie oben beschrieben – in der Stille bin, dann kommen mir oft Eindrücke: Mache dies oder lasse jenes, rufe mal denjenigen an…
Wenn ich diesen Eindrücken nachgehe, habe ich oft Erstaunliches erlebt. Ich merke im Nachhinein, dass ich genau das Richtige getan bzw. nicht getan habe oder Personen angerufen habe, welche gerade ein ermutigendes Wort oder auch mal Hilfe brauchten.

Eine andere Art der Antwort von Gott finde ich in der Bibel. Ja, wie denn?!
Steht dort vor 2000 Jahren genau etwas zu einem Thema aus der Neuzeit? Natürlich.

Wenn ich beispielsweise wissen will, wie ich als Chef auf Arbeit mit meinen Mitarbeitern umgehen soll, finde ich da eine ganze Bandbreite davon, wie Jesus seine Nachfolger gelehrt und geführt hat. Das kann ich wunderbar auch in der heutigen Zeit anwenden. Das ist Gottes Wort und es hat für uns auch heute noch Relevanz.

Manchmal benutzt Gott auch andere Menschen, um mir etwas zu sagen oder zu antworten. Das kann durchaus meine Ehefrau sein, die mir z. B. ein Defizit vor Augen hält, was Gott schon eine Weile an mir ändern möchte. Oder auch, dass er einer anderen Person die zündende Idee für die Lösung meines Problems offenbart.

Man braucht Geduld und Treue

Das alles passierte nicht über Nacht. Wie alles Neue, musste auch ich das tägliche Beten einüben. Als Beispiel nahm ich mir jeden Morgen die Zeit, um mit Gott zusammen zu sein. Heute ist das tägliche Gebet zu einem meiner wichtigsten Bedürfnisse geworden.

Natürlich gibt es auch Zeiten, wo ich meine, gar nichts von Gott zu hören. Diese „Wüstenzeiten“ sind schwer. Dort gilt es, dranzubleiben!
Ich ermutige jeden, sich in Geduld zu üben. Es kommt der Moment, in dem der Schöpfer wieder spricht.

Aus meiner eigenen Gebetserfahrung kann ich sagen, dass auch Wüstenzeiten nichts Schlechtes sein müssen. Sie dienen als Vorbereitung auf etwas Neues und Größeres.

In diesem Sinne, seien Sie geduldig, bleiben Sie treu und maximale Gebetserfolge!

 

Unterschrift Schmidt

Ihr Holger Schmidt

 

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